Meinungsverbrechen – wen die deutsche Justiz in den Tod schickt

Bereits im Jahr 1985, als eine erste Verschärfung des Paragraphen gegen die „Auschwitz-Lüge“  beschlossen wurde, gab es kritische Stimmen, die das strafrechtliche Vorgehen gegen das Leugnen bestimmter Fakten als kontraproduktiv im Kampf gegen den Antisemitismus und als Gefahr für den Rechtsstaat ansahen.

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513951.html

Von Sebastian Cobler

29.04.1985

Am Donnerstag vergangener Woche verabschiedete der Bundestag gegen die Stimmen von SPD und Grünen die seit langem umstrittenen neuen Strafbestimmungen gegen die „Auschwitz-Lüge“. Danach müssen entsprechende Parolen von Neo-Nazis als Beleidigung künftig ohne Strafantrag von Amts wegen aufgegriffen werden, „wenn der Verletzte als Angehöriger einer Gruppe unter der nationalsozialistischen oder einer anderen Gewalt- und Willkürherrschaft verfolgt wurde“…

Bereits die Absicht, mit Hilfe des Strafrechts und der Strafjustiz antisemitischen Anschauungen und Äußerungen begegnen zu wollen, ja: wirksam begegnen zu können, müßte gerade in Deutschland nachdenklich stimmen.

Die Fixierung auf staatliche Institutionen und Interventionen im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus schlechthin ist nicht nur naiv oder vermessen; sie verweist auch auf jene spezifische Geschichtsblindheit, die eine radikale Aufarbeitung des Faschismus hierzulande verhindert hat. Immerhin war es vor allem die „in das System“ angeblich bloß „verstrickte“ Justiz, die erst die „Strickmuster“ dafür geliefert hat, den Terror der Nazis möglichst reibungslos zu praktizieren…

„Der Staat“, so beschreibt der jüdische Publizist Peter Sichrovsky sarkastisch die in dem Lügen-Gesetz zum Ausdruck kommende makabre Ironie der deutschen Rechtsgeschichte, „der Staat greift ein zweites Mal ein, in derselben Sache. Einmal, um Auschwitz aufzubauen und funktionieren zu lassen, und ein zweites Mal, um den zu bestrafen, der behauptet, es hätte es nie gegeben. So verteidigt der Staat seine Denkmäler.“

Der von den Verfechtern dieser „Denkmalspflege“ behauptete Bedarf an besonderen Strafvorschriften gegen die widerlichen Pamphlete der Neonazis ist unausgewiesen und die Erwartung trügerisch, daß diese Leute durch Strafverfahren davon abzuschrecken seien, auch künftig ihre Parolen zu skandieren. Das Gegenteil ist eher zu befürchten… 

Das Leugnen bestimmter Fakten zum Anlaß staatlichen Strafens zu nehmen und historische Wahrheiten mit Hilfe der Kriminaljustiz zu behaupten, ist unter den westlichen Demokratien wohl ein Novum und eine Kuriosität zugleich…

Wenn, wie beschlossen, Geschichte zum Rechtsgut erklärt wird, ist unter dem Deckmantel juristischer Wahrheitsfindung der staatlichen Willkür Tür und Tor geöffnet. Es ist dann nicht mehr auszuschließen, sondern möglicherweise nur eine Frage der Zeit, daß je nach den politischen Konjunkturen strafrechtlich definiert und sanktioniert wird, was gerade als „wahr“ und „richtig“ zu gelten hat und durchzusetzen ist...

Die Befürworter eines Gesetzes gegen Parolen wie die „Auschwitz-Lüge“ müssen sich schließlich fragen lassen, ob eine Gesellschaft, die sich als Republik versteht, nicht noch so schrille und gemeine Töne und Texte ihrer Gegner juristisch jedenfalls ertragen muß – solange es bei Texten bleibt…

Während jener Debatte um die bereits 1960 erlassene Vorschrift gegen Volksverhetzung hatte der Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete und Rechtsprofessor Franz Böhm unter dem Beifall des ganzen Hauses vor gesetzlichen Alibis bei der Auseinandersetzung mit Neonazis gewarnt. Die Bürger würden dadurch „die große Lehre, die sie aus der Vergangenheit zu ziehen hätten, nicht befolgen, daß nämlich eine Nation, die nicht will, daß so etwas wie der Nationalsozialismus aufkommt, sich nicht auf ihre Staatsanwälte und auf ihre Polizei verlassen darf, sondern auf die Straße gehen muß, in die Hände spucken und sich zur Wehr setzen muß, wenn irgendwelche Leute eine gehässige Politik propagieren“ 

 

Die Befürchtungen jener Menschen mit Weitblick haben sich leider bewahrheitet. Heute ist Deutschland auf dem Weg in eine totalitäre Meinungsdiktatur, in der Menschen – zumindest im Freistaat Bayern – bereits heute als sogenannte Gefährder unbefristet in Präventivhaft genommen werden dürfen. Nur in einem totalitären Regime werden Unschuldige aufgrund von Prognosen der Herrschenden und zur Absicherung der eigenen Machtbasis dauerhaft und ohne Prozess weggesperrt. Und es kann jeden treffen, der entweder durch sein politisches Engagement als Gefahr für den inneren Frieden betrachtet wird oder aber durch Denunziation in Verdacht gerät, die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden.

Die im Jahr 1985 in dem Spiegel-Beitrag veröffentlichte Kritik bezieht sich dabei auf Gesetzesverschärfungen, die noch weit entfernt sind vom heutigen Paragraphen 130, der sogar dafür genutzt wird, hochbetagte schwer kranke Holocaustleugner für haftfähig zu erklären und in den verfrühten Tod zu schicken.

Menschen, die nie eine Gewalttat begangen haben,  werden für ihre Ansichten dazu verurteilt, in Haft zu sterben. Das ist zutiefst unmenschlich und unverhältnismäßig und eine in Anbetracht unserer Geschichte dramatische Entwicklung.

Ein 71-jähriger Blogger wurde Ende 2017 trotz schwerster Erkrankung und Haftunfähigkeit mit Hilfe staatlich beauftragter Gutachter in den sicheren Tod geschickt. Eine Haft stellt eine besondere körperliche und seelische Belastung dar, die dazu geeignet ist, den Gesundheitszustand erheblich zu verschlechtern und damit die verbleibende Lebenserwartung eines Schwerkranken deutlich zu verkürzen, zumal Therapien und Behandlungsmöglichkeiten in Justizvollzugsanstalten deutlich eingeschränkt sind.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Honigmann

Der Honigmann war das Pseudonym von Ernst „Ernie“ Köwing (* 24. Juli 1946 in Bremen; † 24. Februar 2018 in Lingen), deutscher BloggerVerschwörungstheoretiker und Holocaustleugner.

Köwing stammte aus Varel. Er war Imker und Betreiber des Blogs „Der Honigmann sagt…“

Köwing wurde 2013 wegen Volksverhetzung vom Amtsgericht Duisburg zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt… Im Februar 2017 wurde er vom Landgericht Oldenburg (Vorinstanz Amtsgericht Varel) erneut verurteilt zu acht Monaten Gefängnis. Er saß ab 12. November 2017 zunächst in der JVA Oldenburg, dann in der JVA Meppen in Haft. Er verstarb am 24. Februar 2018 im Alter von 71 Jahren im Bonifatius-Hospital Lingen.

 

Dem Holocaust-Leugner Ernst Köwing  wurde eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung wegen einer ungünstigen Sozialprognose verweigert, eine Prognose für die Zeit nach seinem zu erwartenden baldigen Ableben?

 

https://www.nwzonline.de/varel/wegen-volksverhetzung-in-haft_a_31,2,1985617000.html

02.03.201 Franz-Josef Höffmann

Wegen Volksverhetzung hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch einen 70 Jahre alten Mann aus Varel zu acht Monaten Gefängnis verurteilt…

Fest steht, dass der Angeklagte auf seiner Internet-Seite einen Text veröffentlicht hat, in dem der Holocaust geleugnet wird. Zwar soll der Holocaust nicht konkret in Frage gestellt werden, so das Gericht, der Text als Ganzes soll das aber nahelegen.

Der Angeklagte hatte sich von dem Inhalt auch nicht distanziert. Damit habe er sich den Inhalt zu eigen gemacht, so der Vorwurf…

Auf seiner Internet-Seite, auf der sich mehr als 10.000 Beiträge befinden sollen, sollen auch hakenkreuzähnliche Symbole und Zeichen zu finden sein. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Doch das kam für die Oldenburger Berufungskammer nicht infrage.

Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft. Eine günstige Sozialprognose als Vorbedingung für eine Bewährungsstrafe konnte dem 70-Jährigen nicht mehr gestellt werden.

 

Der den Holocaust indirekt in Frage stellende Text soll nicht einmal von dem Blogger selbst stammen, sondern nur als Kommentar oder Fremdbeitrag freigeschaltet worden sein.

Wie weit ist es mit unserer Justiz bereits gekommen, wenn Verfahren gegen Gewalttäter teilweise wegen „mangelndem öffentlichen Interesse“ oder wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt werden und Intensivtäter immer wieder Bewährung bekommen, aber ein todkranker alter Mann wegen verbotener Meinungsäußerungen erbarmungslos seine letzten Tage hinter Gittern verbringen muss.

 

https://michael-mannheimer.net/2018/03/05/der-honigmann-alias-ernst-koewing-ist-tot-ein-schandurteil-der-justiz-brach-ihm-das-herz/

 

Die nächste etwas starrsinnige aber völlig harmlose alte Dame, die für ihre Geschichtsleugnung potentiell lebenslänglich erhalten hat, ist die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

 

https://www.focus.de/politik/deutschland/ursula-haverbeck-holocaust-leugnerin-nicht-zum-haftantritt-erschienen_id_8879038.html

Freitag, 04.05.2018, 21:44

Die wegen Volksverhetzung mehrmals verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist einer Aufforderung zum Haftantritt nicht gefolgt…

Das Landgericht Verden hatte Haverbeck Ende August 2017 wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt…

Haverbeck, die für die Neonazi-Partei „Die Rechte“ zur Europawahl 2019 kandidiert, wurde schon mehrmals wegen Volksverhetzung verurteilt. Wiederholt behauptete sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei…

Leser-Kommentare

04.05.2018

Diese Frau ist kurz vor der Fahrt in die ewigen Jagdgründe. Ist das nicht schon fast fanatisch? Indem man dieser alten Frau Aufmerksamkeit gibt, wird diese ewig dauernde Diskussion niemals enden. Vielleicht will man das ja nicht…

04.05.2018

Muss man wirklich an dieser offensichtlich verwirrten Frau solch ein drakonisches Exempel statuieren? Sie ist 89. Da sind zwei Jahre lebenslänglich. Sie hat etwas gesagt und nicht Kinder missbraucht oder jemanden umgebracht. Irgendwann muss doch mal die Kirche im Dorf bleiben.

 

In einem letzten Schreiben vor ihrer Inhaftierung stellte Frau Haverbeck klar, dass die Medien bei der Behauptung, sie habe sich durch Flucht der Inhaftierung entziehen wollen, gelogen haben.

 

http://ursula-haverbeck.info/ursula-haverbecks-letztes-schreiben-vor-der-inhaftierung/

  1. MAI 2018

Liebe Landsleute,
welchen Standes auch immer, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt!…

Mein Verteidiger, stellte am 01. Mai den Eilantrag an die Staatsanwaltschaft in Verden, den Vollzug der Strafhaft wegen altersbedingter Haft- bzw. Vollzugsunfähigkeit, auszusetzen und im übrigen das Gutachten abzuwarten. Bis zum 02. Mai lag bei keinem von uns beiden eine Antwort auf unsere Anträge vor und auch heute, Montag den 7.5. nicht…

Die sonst doch so kritischen Freunde, die immer wieder von der „Lügenpresse“ gesprochen und geschrieben hatten, hatten aber nichts eiligeres zu tun, als diese Version des Bild­-Reporters für wahre Münze zu nehmen. Eine gute Bekannte aus der Nachbarschaft war auf meine Bitte hin zu meinem Grundstück gefahren und stellte fest, daß nichts, auch gar nichts von dem, was da alles berichtet wurde, zu sehen war. Keine Polizei, keine Absperrungen…

Jedenfalls ist es rechtlich nicht möglich, wenn sie schon einem Antrag auf ein Gesundheitsgutachten Folge geleistet haben, nun dessen Ergebnis nicht abzuwarten, ob der Haftantritt möglich oder gesundheitlich unmöglich ist…

Liebe Grüße Euch allen und herzlichen Dank für alle Anteilnahme und Hilfe.

Ursula Haverbeck

 

http://ursula-haverbeck.info/flugblatt-zur-inhaftierung-von-ursula-haverbeck/

Ich habe mir ein paar Interviews mit Ursula Haverbeck angeschaut und dabei den Eindruck gewonnen, dass die alte Dame das Vernichtungslager Auschwitz nicht in Frage stellt, weil sie die Opfer verhöhnen möchte, sondern weil sie felsenfest davon überzeugt ist, dass es die Vergasungen der Juden nicht gegeben haben könne. Diesen Eindruck haben bei mir die meisten Leugner, Relativierer oder Verharmloser des Holocaust hinterlassen, die mir bislang begegnet sind. Sie argumentieren mit angeblichen Untersuchungen und Forschungsergebnissen, deren Herkunft und Glaubwürdigkeit sie niemals selbst überprüft haben, die ihnen aber als eine Art Glaubensbekenntnis dienen. Sie sind nicht zu bekehren, aber sie haben die Bereitschaft, sich als Märtyrer für die Verbreitung ihrer „Wahrheit“ zu opfern. Ein Hauptargument für die Verschwörungstheorie „Ausschwitz-Lüge“  ist der Paragraph 130 Absatz 3 gegen die Holocaustleugnung selbst. Gerade das Gesetz, das die Geschichtsleugnung verhindern soll, wirkt als Katalysator zur Verbreitung der irrigen Ansicht, die Gräueltaten der Nazi-Diktatur seien nur eine Erfindung der Siegermächte.

Die Weltkriege haben traumatisierte Menschen überleben lassen, darunter viele, die anschließend zu rechtfertigen versuchten, was sie noch während des Krieges verurteilten. Aus der Generation derer, die die Nazi-Herrschaft noch bewusst miterlebt haben, wurde meinem Eindruck nach meist eher die Verfolgung der Juden im Dritten Reich zu entschuldigen versucht als dass die geschichtlichen Fakten in Frage gestellt worden wären.

 

Kämpfen oder sterben

 

Deutsche Soldaten wurden nach Kriegsende pauschal als Verbrecher stigmatisiert. Ganz viele Frauen haben ihre Ehemänner, Väter oder Brüder im Krieg verloren und den Terror durch die Bombardements der Alliierten miterlebt oder Gewalt und Tod auf der Flucht aus Schlesien erfahren, eine Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten, die nach Kriegsende 1945 ca. 600 000 Tote gefordert haben soll. Auch bei der Bombardierung von Dresden sprechen manche Quellen von knapp einer halben Million Todesopfern unter der Zivilbevölkerung.

In hohem Alter haben Menschen oft die Tendenz, ihre geistige Flexibilität zu verlieren. Man nennt dieses Phänomen auch Altersstarrsinn. Eine Einsichtfähigkeit ist damit nicht mehr gegeben, und das ist in einem funktionierenden Rechtsstaat die Voraussetzung für eine Schuldfähigkeit.

Wenn in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit Kriegsverbrechen von allen Seiten noch heute um die eigenen Toten nicht getrauert werden darf, wenn noch 70 Jahre später die Nachfahren für die Nazi-Verbrechen verantwortlich gemacht werden in Form einer Erbschuld, nennen wir es Sippenhaft, dann steigt unweigerlich der Anteil der Bevölkerung, die den Holocaust in Frage stellt. Gerade bei den jüngeren Generationen erinnern sich viele nicht mehr an die Berichte ihrer Eltern oder Großeltern über diese dunkle Zeit der deutschen Geschichte – oder es wurde in ihrer eigenen Familie nie darüber gesprochen. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in die Berichterstattung der Medien, in die Behauptungen von Politikern in Bezug auf Kriegsgründe und in die Rechtsprechung bei politischen Prozessen. Die tatsächlichen Lügen der Gegenwart werden dann auf die Vergangenheit projiziert und es wird alles als politische Lüge abgetan, was in welcher Form auch immer die eigene Psyche belastet.

Als ich 1997 die Auschwitz-Gedenkstätte im heutigen Polen besucht habe, war ich völlig überwältigt von dem Entsetzen über die Unmenschlichkeit, mit der an diesem Ort des Grauens über eine Million Juden systematisch ermordet worden sind, mit deutscher Gründlichkeit und deutschem Organisationstalent. Es ist wichtig, dass dieser Teil der deutschen Geschichte niemals in Vergessenheit gerät, aber nicht ausschließlich für die heute lebenden Deutschen, sondern für die gesamte Menschheit.

 

Auschwitz-Birkenau Gedenkstätte im Jahr 1997

Das Torgebäude zum Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Foto Sommer 1997)

 

Reste des Auskleideraums einer der Gaskammern (restauriert), Auschwitz-Birkenau

 

Ruinen eines der Krematorien in Auschwitz-Birkenau

 

Arbeitslager von Auschwitz-Birkenau, „Wohnhäuser“ mit unmenschlicher Unterbringung 

 

Auschwitz-Birkenau: Eingang zum Lager

 

Völkermorde, Verbrechen aus Rassenwahn und Kriegsverbrechen im Kampf um geostrategische Interessen ereignen sich nach wie vor in Teilen der Welt. Der Mensch ist nicht von Grund auf gut, sondern ein Raubtier, das mehrheitlich nur Mitgefühl mit den eigenen Leuten kennt oder – als  Willkommensmensch und Gutmensch unter Selbstaufgabe indoktriniert – mit den armen abstrakten Fremden, bei gleichzeitig herzlosem Umgang mit Opfern aus der Reihe der Meinungsgegner, deren Leid in jeglicher Intensität als gerechtfertigt verteidigt wird.

Die Lehre aus dem Holocaust sollte sein, aufzustehen gegen Unrecht, Zivilcourage zu praktizieren  und damit den Anfängen zu wehren auf dem Weg in einen totalitären Staat.

Ein totalitärer Staat kann nur dann wirksam verhindern werden, wenn die Meinungsfreiheit für alle gilt. Eine funktionierende Demokratie erträgt die Leugnung von geschichtlichen Fakten und lässt Irre Irres reden, ohne sie dafür in den Tod zu schicken.

In einem Rechtsstaat darf niemand präventiv eingesperrt oder für Gedankenverbrechen bestraft werden, denn auch so lässt sich willkürlich vernichten – vereinzelt Leben, meist Existenzen. Es reicht nicht, wenn ein Staat Menschen nicht mehr aus rassistischen Motiven heraus verfolgt, eine Verfolgung wegen der falschen Meinung oder wegen unliebsamer politischer Aktivitäten darf es genau so wenig geben.       

 

Kurzgeschichte: Der letzte Traum der alten Dame

Engel Gabriel: „Ich will dir helfen, den Sinn jenes Wortes zu verstehen. Als du zu beten begannst, gab Gott mir eine Antwort für dich. Ich bin hier, um sie dir mitzuteilen.“

Alte Dame: „Sie haben mich eingesperrt. Ich muss hier sterben. Sie lassen niemanden mehr zu mir. Ich habe doch alle gefragt, kein einziger konnte mir sagen, wo die sechs Millionen umgebracht worden sind. Und das Rote Kreuz, die haben ja auch immer Ausschwitz inspiziert, und die haben da eine sehr moderne Klinik festgestellt. Um die Kranken wurde sich sehr gekümmert, damit sie möglichst schnell wieder gesund wurden. Hier kümmert sich niemand.“

Engel Gabriel: „Du hättest es wissen müssen. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Am gefährlichsten für ein totalitäres System sind die Zweifler. Sie müssen als erstes zum Schweigen gebracht werden.“

Alte Dame: „Ich erinnere mich an die Leichenberge in unseren zerstörten Städten. Die Leichenberge nimmt man auf. Man kennt doch das Zusammenstückeln von Bildern, das ist doch gar keine Kunst!“

Engel Gabriel: „Warum hat man das Panorama-Interview mit dir gemacht? Sie wollten ein Exempel statuieren, an einer alten Dame, deren Rache man nicht zu fürchten braucht. Sie wollten, dass du den Holocaust in Frage stellst, damit du dein Leben verstummt in Haft beenden musst. Sie verschonen niemanden. Sie lassen jedem eine Haftfähigkeit attestieren, auch wenn er bereits im Sterben liegt. Die Medien fördern die öffentliche Holocaustleugnung, um anschließend deren Bestrafung zu feiern. Sie haben dich in eine Falle gelockt. Man hat dir nicht geantwortet, damit du glaubst, der Holocaust habe nie stattgefunden. Die Holocaust-Leugner-Szene darf nicht aussterben, damit die ewig währende Schuld in Deutschland auch noch in den kommenden zweihundert Jahren präsent bleibt.“

Alte Dame: „Haben diese Staatsanwälte und Richter jemals ein Verfahren eingeleitet gegen die Bomberpiloten, welche in Dresden Frauen und Kinder in lebendige Fackeln verwandelten? Haben sie je die Verantwortlichen für die Massenvergewaltigung der deutschen Frauen nach dem Krieg zur Rechenschaft gezogen und vor ein Gericht gestellt? Diese haben die Seelen der deutschen Frauen in unvorstellbarem Ausmaß verletzt!“

Engel Gabriel: „Das Volk der Täter durfte bestraft werden. Gott hat auch Sodom zerstören lassen!“

Alte Dame: „Er hätte Sodom verschont, wenn er zehn Unschuldige gefunden hätte.“

Engel Gabriel: „Die Geschichte schreiben die Sieger. Sie bestimmen, wer schuldig ist. In der Bibel steht, dass der Herr Lot und seine Töchter gerettet hat. Aber auch Lots Frau musste sterben. Sie ist der Versuchung erlegen, die Vernichtung Sodoms anschauen zu wollen. Sie hat sich umgedreht. Sie hat die Androhung der Gesandten Gottes nicht erst genommen. Du hast geglaubt, man könne dich für deine falschen Fragen nicht in den Tod schicken. Du hast dich geirrt.“

Alte Dame: „Womit soll ich den öffentlichen Frieden gestört haben? Man kann doch nur leugnen, was auch stattgefunden hat!“

Engel Gabriel: „Du willst nicht verstehen, Ausschwitz war ein Vernichtungslager!“

Alte Dame: „Ausschwitz war ein Arbeitslager!“

Engel Gabriel: „Auch! Das Unrecht der Geschichte wird nicht dadurch wieder gut, dass man es leugnet. Du wirst nicht dadurch in Frieden sterben, dass du die Verbrechen deiner Vorfahren verharmlost.“

Alte Dame: „Aber ich habe doch nur Fragen gestellt!“

Engel Gabriel: „Gehe in Frieden! Du kannst nicht verstehen!“

Alte Dame: „Wo bist du? Ich sehe dich nicht mehr? Warum hilft mir keiner?“

 

https://www.die-bibel.de/bibelstelle/1Mose18,16-19,29/GNB/

DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS) (1.MOSE 18,16-19,29)

20 Darum sagte der HERR zu Abraham: »Über die Leute von Sodom und Gomorra sind schwere Klagen zu mir gedrungen. Ihre Schuld schreit zum Himmel…

23 Abraham trat an ihn heran und sagte: »Willst du wirklich Schuldige und Schuldlose ohne Unterschied vernichten?

24 Vielleicht gibt es in Sodom fünfzig Leute, die kein Unrecht getan haben. Willst du sie auch umkommen lassen und nicht lieber die ganze Stadt verschonen wegen der fünfzig?

25 Du kannst doch nicht die Unschuldigen zusammen mit den Schuldigen töten und die einen genauso behandeln wie die andern? Du bist der oberste Richter der ganzen Erde, darum darfst du nicht selbst gegen das Recht verstoßen!«

26 Der HERR sagte: »Wenn ich in Sodom fünfzig Unschuldige finde, will ich ihretwegen die ganze Stadt verschonen.«…

32 »Nur noch ein einziges Mal lass mich reden, Herr«, sagte Abraham; »werde nicht zornig! Vielleicht sind es auch nur zehn.«

Und der HERR sagte: »Ich verschone sie auch wegen zehn.«

33 Damit brach der HERR das Gespräch ab. Er ging weiter und Abraham kehrte heim…

4 Die beiden wollten sich eben schlafen legen, da kamen die Männer von Sodom, alle miteinander, alte und junge, und umstellten das Haus.

5 »Lot, Lot«, riefen sie, »wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Gib sie heraus, wir wollen mit ihnen Verkehr haben!«…

8 Ich habe zwei Töchter, die noch kein Mann berührt hat. Ich will sie zu euch herausbringen; macht mit ihnen, was ihr wollt. Aber diese beiden Männer behelligt mir nicht; sie sind meine Gäste und stehen unter meinem Schutz.«

9 Sie aber schrien: »Mach, dass du wegkommst! Du bist ein Fremder und willst uns Vorschriften machen? Wir werden dir noch ganz anders mitspielen als denen!«

Sie fielen über Lot her und versuchten, die Tür aufzubrechen.

10 Da zogen die beiden Männer Lot ins Haus und verschlossen die Tür.

11 Sie schlugen die Leute draußen allesamt mit Blindheit, sodass sie die Tür nicht mehr finden konnten.

Lot und seine Töchter werden gerettet

12 Darauf sagten die beiden zu Lot: »Hast du vielleicht noch andere Verwandte hier, einen Schwiegersohn, Söhne und Töchter oder sonst wen? Nimm deine ganze Familie und führe sie von hier weg!

13 Wir müssen diese Stadt vernichten, dazu hat der HERR uns hergeschickt. Denn es sind schwere Klagen über ihre Bewohner vor ihn gekommen.«

14 Da ging Lot zu den Verlobten seiner Töchter und sagte zu ihnen: »Rettet euch, verlasst diese Stadt; denn der HERR wird sie vernichten.« Aber sie dachten, er wolle sie zum Besten halten.

15 Als die Morgenröte kam, drängten die Engel* Lot zur Eile: »Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, sonst trifft die Strafe für diese Stadt euch mit!«

16 Während Lot noch überlegte, ergriffen sie ihn, seine Frau und seine Töchter bei der Hand, führten sie aus der Stadt hinaus und ließen sie erst draußen vor dem Tor wieder los. Denn der HERR wollte Lot und die Seinen retten.

17 Als alle auf dem freien Feld waren, sagte der HERR: »Lauft jetzt, so schnell ihr könnt! Es geht um euer Leben! Bleibt nicht stehen und schaut nicht zurück! Rettet euch auf die Berge, sonst seid ihr verloren!« …

23 Die Sonne ging gerade auf, als Lot in Zoar ankam.

24 Da ließ der HERR Schwefel und Feuer vom Himmel auf Sodom* und Gomorra herabfallen.

25 Er vernichtete die beiden Städte und die ganze Gegend, ihre Bewohner und alles, was dort wuchs.

26 Lots Frau aber schaute zurück; da erstarrte sie zu einer Salzsäule…

 

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